Theater All inclusiv

Theater „All inklusiv“ am 19.10.2019 in Oldenburg in Holstein

Kulturfestival mit und für Menschen mit und ohne Behinderung

Am 19.Oktober 2019  findet das erste öffentliche internationale Festival  „Theater all Inclusive“  in der Blain Halle in Oldenburg in Holstein statt. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren und sind in allen Bereichen – sowohl technisch und organisatorisch, vor allem aber auch schauspielerisch – eine besondere Herausforderung.

Dabei werden nicht nur die Theaterstücke einstudiert, sondern die Festivalmacher sind allgegenwärtig auf vielen Veranstaltungen in der Region als verkleidete Maskottchen unterwegs. Diese wurden in den letzten Wochen unter Leitung des Schauspielers Martin Benz entworfen und fertiggestellt. 

Damit soll Aufmerksamkeit für das Festival hergestellt werden und ein breites Publikum zum Besuch des Festivals animieren.

5 inklusive Theatergruppen, sowie 2 Musikbands, aus dem In- und Ausland haben bereits fest zugesagt:  Theater 36, Hamburg; Minotaurus, Hamburg; Theatergruppe Bergen, Rügen; TAI, Oldenburg i. H. und Le Cercle Karree, Frankreich und die Bands: „Vacuum“ aus Eckernförde und „No Name“ aus Oldenburg i.H..

Die Teilnehmer:

Theatergruppe aus Bergen (Rügen)

Die Laienspielgruppe im Ernst Moritz Arndt Heim in Bergen auf Rügen besteht nunmehr seit über 25 Jahren. Das Ernst Moritz Arndt Heim ist eine Wohneinrichtung des Pommerschen Diakonieverein e.V.. Eine Gruppe von bis zu 14 Bewohner und 2 Mitarbeitenden treffen sich 2x im Monat zum Proben. Neben dem klassischen Verkündigungsspiel in der Adventszeit, gibt es jedes Jahr ein Sommerstück, das in diesem Jahr „Der Fischer und sin Frau“ ist. Wie alle Stücke ist dies frei bearbeitet und auf die Mitspieler abgestimmt. Der Auftritt bei „Theater all inclusiv“ ist einer der Höhepunkte in diesem Jahr, auf das die Mitspieler schon jetzt entgegenfiebern.

Gemeinsam Zeit erleben und mit Spaß und Freude füllen, das ist der Inhalt dieses Projektes. Teilhabe erleben durch Auftritt und Applaus. 

Künstlerische Leitung: Michael Schneider

Theater 36 aus Hamburg

Blinde Passagiere mit Ausschnitten aus „Roter Rausch in Cuba“

Blinde Passagiere, das Ensemble mit blinden und sehenden Schauspielern und Musikern, entführt in das Jahr 1967 in den Hafen des sozialistischen Kuba: Aus der turbulenten Geschichte des neuen Musik-Theaters präsentiert die seit 10 Jahren bestehende freie Hamburger Theatergruppe in Oldenburg musikalische und szenische Momente und nimmt das Publikum nicht nur mit in Musik der Zeit, sondern lässt ahnen, dass hinter dem Säbelrasseln der sich gegenüberstehenden Systeme Ost und West Menschen stehen mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihren Geheimnissen. Denn wo gehöre ich hin, ist eine Frage die so alt ist wie die Menschheit… Dabei kommt der Humor aber nicht zu kurz!

Künstlerische Leitung: Jörn Waßmund

Die Minotauros aus Hamburg

Minotaurus Kompanie ist das inklusive, professionelle Theaterprojekt der Elbe-Werkstätten mit bis zu 15 Schauspielarbeitsplätzen für Menschen mit psychischen, geistigen und körperlichen Handicaps. Die Theaterarbeit zeichnet sich durch künstlerische Professionalität und die ästhetische Umsetzung relevanter, gesellschaftlicher Themen aus.

In dem neuen Musiktheaterspektakel der Minotauros Kompanie auf dem Schauplatz rund um die Elbphilharmonie wird geswingt, gesungen, parodiert und parliert. In Szenen mit Evergreens, Chansons und Liedern von Kreisler bis zu Bublé und Perry Como stehen Politiker, Manager, Smartphone-Zombies, Hamburg Touristen, Tangotänzer, Staatsdiener, Demonstranten und … im Fokus eines exklusiven Blickwinkels – dem von Menschen mit Handicap.

Showtime für Inklusion.

Künstlerische Leitung: Olga Brandin

Le Cercle Karrè aus Blain (Frankreich)

Informationen folgen.

Künstlerische Leitung: Faqbrice Eveno (Metteur en Scene)

Theater all inclusiv (TAI) aus Oldenburg in Holstein

Die Theatergruppe TAI ist eine inclusive Theatergruppe, die sich eigens für das Theaterfestival am 19.10.2019 gegründet hat. Die Schauspieler rekrutieren sich aus den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung aus Oldenburg i.H. und weiteren Theaterbegeisterten aus der Interessengemeinschaft Theater all inclusiv.

Zum „Aufwärmen“ wurde bereits das Theaterstück „Backstage“ eingeprobt und mit großem Erfolg aufgeführt.

 Das Ensemble von „Backstage“

Grundsätzlich ist Vielfalt im gesellschaftlichen Leben die Normalität und deswegen fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Vielfalt bedeutet alle menschlichen Sinne zu sensibilisieren, um an den unterschiedlichen Geschicken und Bedürfnissen des Anderen Teil zu haben, um seine Nöte und Freuden wahr zu nehmen und um Grenzen aber auch Talente zu erkennen. Theater hat bei der Darstellung dieser Vielfalt einen Verstärkereffekt. Wir hoffen auch nach dem großen Festival im Herbst, inclusives Theater in der Kulturszene von Oldenburg i.H. etablieren zu können.

Künstlerische Leitung: Regine Wroblewski und Martin Benz

Vacuum, die inclusive Band aus Eckernförde

Eine Band, die über Grenzen geht! Sei doch einfach du selbst, du hast dein Leben in der Hand

Sei doch einfach du selbst, nimm dir ein Stück vom Glück – Vielleicht sind wir ein bisschen bekloppt – aber du vielleicht auch?!

Vacuum, die Band der Eckernförder Werkstatt, macht seit 1998 zusammen Musik.  Nach ersten Gehversuchen mit Coversongs begaben sich die 7 MusikerInnen auf die Suche nach einem eigenen Stil. Mittlerweile können sie auf ein vielfältiges künstlerisches Schaffen und viele Liveauftritte in Schleswig-Holstein zurückblicken. 3 CD’s sind in Eigenregie entstanden, zuletzt „Auf’m Dorf nix los“. Es werden ausschließlich Eigenkompositionen gespielt. Zuletzt auf dem Baltic Open Air 2018 !!! Eine neue CD ist in der Mache! Das Thema Behinderung spielt innerhalb der Band eigentlich keine große Rolle mehr. Jeder übernimmt einfach seinen musikalischen Part und siehe da: ‚Es klingt geil’

Künstlerische Leitung: Hannes Michelsen

Christiane Leuchtmann und Hans Peter Korff und weitere in der Jury

Als Juroren haben sich u.a. der Rennfahrer Dirk von Zitzewitz, die Schauspieler Clemens Löhr, Christiane Leuchtmann und Hans Peter Korff angekündigt. Schirmherr ist Prof. Dr. Mehdorn.

 

Was ist „Theater all inclusive“ ?

Theater all inclusive ist in erster Linie Theater von Menschen mit Behinderung und lädt Ensembles zum Theaterwettbewerb ein, die ausschließlich  mit Menschen mit Handicap besetzt sind oder inklusiv arbeiten.  Jede Theatergruppe präsentiert ihr ca. 30 minütige eingeübtes Stück auf der Bühne vor breitem Publikum und stellt sich  der Bewertung einer  prominent besetzten  Jury, die am Ende eine Prämierung vornimmt – wobei der Spaß und die Anerkennung an erster Stelle stehen wird. Der Abend wird mit einer „Get together“ Party ausklingen.

Wie ist die Idee entstanden?

Initiiert wurde das „Theater all inclusive“ von dem Oldenburger Tierarzt, Thomas Wroblewski vor ca 2. Jahren, nachdem er das professionelle Inklusionstheater „ Ramba Zamba“  in Berlin besucht hatte. Tief beeindruckt von der Ausdruckskraft und Professionalität der Schauspieler wuchs in ihm der Gedanke, dieses auch für Oldenburg i.H. umzusetzen. Unterstützt wird er von seiner Frau Regine Wroblewski, die als Drehbuch- und Buchautorin  auch die Drehbücher für das Plattdeutsche Theaterensemble „ Dwarslöper“ schreibt.

Um Erfahrungen mit  einer inklusiven Theatergruppe zu erleben, stellte sie, zusammen mit Martin Benz eine inklusive Theatergruppe zusammen, schrieb die Komödie „ Backstage“ und führte das Stück im Februar in Oldenburg auf. 

Beide Veranstaltungen waren ausverkauft und lösten Begeisterung bei den Zuschauern aus.

Oldenburg oin Holstein - Gut gewählt!

In Oldenburg i.H. und Umgebung gibt es mehrere Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, die über die Stadtgrenzen hinaus besucht werden. Die wichtigsten sind hier die das Förderzentrum Kastanienhof, die Ostholsteiner Behindertenhilfe, die Brücke Ostholstein und Mitten-Drin Ostholstein e.V..

Die  Leiter der Einrichtungen waren sofort begeistert von der Idee eines  Festivals und sagten ihre Beteiligung und Unterstützung zu.

Die KulTour Oldenburg in Holstein  GmbH  hat sich darüber hinaus als Kooperationspartner und Veranstalter zur Verfügung gestellt und mit ihrer Veranstaltungskompetenz manche Weichen gestellt.  

Wer sind die Unterstützer?

Neben den oben genannten  Organisationen hat sich ein breiter Unterstützerkreis gefunden. Sowohl der Bürgermeister der Stadt Oldenburg in Holstein, Martin Voigt und Mitarbeiter seiner Verwaltung, als auch die Bundestagsabgeordneten Bettine Hagedorn (SPD)  und Ingo Gädechens  begrüßten die Initiative.  

Vom Bund wurden Fördermittel über 80.000 Euro  aus dem Förderprogramm „ Ländliche Entwicklung „  genehmigt.  Kulturstiftungen des Landes Schleswig Holstein, die  Stiftung Familie Mehdorn in Kiel, Banken und Sparkassen sowie die heimische Wirtschaft unterstützen die Initiative mit Zuwendungen.  

Was ist das Ziel?

Das Festival soll eine „Blaupause“ für zukünftige Veranstalten sein, die entweder in Oldenburg i.H. oder auch von anderen Städten, Gemeinden und Ländern übernommen werden kann.

Es soll vorhandene Interessen und Ressourcen von Menschen mit und ohne Handicap mobilisieren und im Zusammenleben etablieren, denn  Menschen mit Handicap  werden in unserer Gesellschaft immer noch nicht voll wahrgenommen. Dabei verfügen gerade die betroffenen Menschen  über ein hohes Maß an Sensibilität und künstlerischen Fähigkeiten. 

Diese Veranstaltung soll ein Schritt  zur weiteren  Realisierung eines inklusivem Gemeinwesens sein.

 

Was uns bewegt

Die Interessengemeinschaft „theater-all-inclusiv“ setzt sich für ein gesellschaftliches Miteinander ein, in dem jeder Mensch sein Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben realisieren kann. Dazu gehört die gerechte Chance, das eigene Leben in Würde zu gestalten und die Persönlichkeit selbstbestimmt zu entfalten. Grundsätzlich ist Vielfalt im gesellschaftlichen Leben die Normalität und deswegen fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Vielfalt bedeutet alle menschlichen Sinne zu sensibilisieren, um an den unterschiedlichen Geschicken und Bedürfnissen des Anderen Teil zu haben, um seine Nöte und Freuden wahr zu nehmen und um Grenzen aber auch Talente zu erkennen. Nach wie vor werden in der Gesellschaft die Geschicke von Menschen mit Handicap eher verdrängt, obwohl der Inklusionsgedanke in Kindergärten und Schulen gerade in Oldenburg in Holstein immer mehr an Fahrt aufnimmt. Gerade deshalb eignet sich Oldenburg als Impulsgeber für das Leuchtturmprojekt „theater-all-inclusive“.

Wo geht es hin?

Das inklusive Theaterfestival soll der Startschuss für ein sich jährlich wiederholendes Festival sein. Dabei sollen sich darstellende und bildende Künste abwechseln. Wird in diesem Jahr inklusives Theater im Vordergrund stehen, soll im nächsten Jahr die Malerei und Fotographie im Focus stehen. Zusätzlich sind Theaterwochenenden angedacht, zu denen neben unserer eigenen inklusiven Bühne „TAI“ fremde Gastbühnen auftreten werden. Durch die Verstetigung des Theaterfestivals und die regelmäßigen jährlichen Auftrittswochenenden soll die Oldenburger Kunstszene bereichert werden.

Über uns

Wir haben uns als Initiativgemeinschaft „theater-all-inclusiv“ aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen unserer Stadt Oldenburg in Holstein formiert. Im Zentrum steht dabei die neu entstandene inklusive Theatergruppe um die beiden Regisseure Regine Wroblewski und Martin Benz. In ersten Übungsstunden werden die Neigungen der einzelnen Akteure ausgelotet, um ein auf jeden Charakter zugeschnittenes Theaterstück zu schreiben. Ein erstes „Warm up“ ist für den Februar 2019 in der Aula der alten Wagrienschule geplant. Um die organisatorischen Belange kümmert sich Thomas Wroblewski, der als Projektleiter für das Gerüst dieses Leuchtturmprojektes verantwortlich ist. Unterstützt wird er dabei von Michael Kümmel und der KulTour gGmbH und vom Kulturbund Wagrien, hier besonders von Yorck Koch. Die vielen Helfer im Hintergrund werden bei der Vorstellung der einzelnen Arbeitskreise und Workshops vorgestellt. Das eigentliche Theaterfestival soll dann im Herbst 2019 stattfinden.